Mittwoch, 29. Oktober 2008

Anleitung zum Imageschaden



Sarah Palin ist im aktuellen Wahlkampf - der sich in ein paar Tagen entscheiden wird - die kontroverseste Person gewesen. Sie hat sich über Jahre hinweg ein bestimmtes Image aufgebaut. Gerade als Person der Öffentlichkeit ist es entscheidend, zu seinem Image zu stehen und sich dementsprechend zu verhalten.
Palins Image war das der durchschnittlichen, amerikanischen, allein erziehenden Mutter. Damit sprach sie eine breite Masse in Amerika an. Man bedenke, die durchschnittliche amerikanische Frau lebt bescheiden und kämpft meist mit drei Jobs ums Überleben.

Palin hat kurz vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens einen entscheidenden Fehler begangen, sie hat den Bogen überspannt.
Statt ihr Image als bescheidene Mutter von Nebenan zu pflegen, gab sie 150.000$ für Kleidung, Frisör und Make-up aus, um sich im Wahlkampf von der besten Seite zu zeigen.

Diese Seite sollte jedoch ins Image passen, das tat es jedoch nicht. Im Gegenteil, nicht nur hat sie damit den Menschen die Illusion geraubt, sie sei eine von Ihnen, um das Malheur zu einem richtigen Imageschaden auszubauen, hat sie auch noch Spendengelder von Wahlkampfhelfern dafür verwendet.

Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen darf und was passiert, wenn man sich keinen Rat von Menschen holt, die einem vor solchen Katastrophen bewahren können. Zumal wäre dieser Rat günstiger gewesen und hätte weniger Spuren hinterlassen.

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Sonntag, 17. August 2008

War of eyeballs – der Wahlkampf findet im Kopf statt

Der Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt in der Landeshauptstadt Düsseldorf neigt sich dem Ende zu. Am 31. August haben die Bürger die Wahl, wer die nächsten sechs Jahre regieren wird.

Ich durfte bei dem einzigen Termin beiwohnen, an dem sich die beiden Spitzenkandidaten Kortmann und Elbers zusammen auf die Bühne wagten.
Es war sehr interessant zu hören, wofür beide Parteien stehen. Die Frage die sich mir allerdings stellt: wählen die Bürger, die wählen gehen, die jeweilige Partei nach Wahlprogramm oder doch eher nach Sympathie?

Schließlich findet der Wahlkampf auf Plakaten statt. So zeigen sich die Kandidaten an jeder Straßenecke allein oder zusammen mit Kindern oder anderen strategischen Gruppen und Orten. Die Plakate sollen unsere Aufmerksamkeit anziehen, über unsere Augen eine Entscheidung im Kopf provozieren. „Wen könnte ich mir als Vertreter meiner Stadt vorstellen.“ Schon lange hat das Wahlprogramm keine zentrale Bedeutung mehr, nicht für die breite Masse. Würde jede Partei für eine deutlich andere Strategie stehen, dann hätten wir vielleicht mehr als 50 % Wahlbeteiligung, oder?

Als ich Frau Kortmann persönlich kennen lernte, habe ich sie erst nicht erkannt.
Sie wirkt auf den Plakaten sehr kühl und distanziert. Die zarte und zierliche Person wirkt durch den wirklich schlecht gewählten Kontrast mit dem schwarzen Anzug 10 Jahre älter und ihre sympathischen blauen Augen stechen durch die übertriebene Retusche gerade zu hervor, dass es schon unangenehm ist, in sie zu blicken. Schade, denn an dem Tag erschien sie so zugänglich und zeigte auch durch ihr Outfit, dass die zweifache Mutter für Familienwerte steht und eine der Masse zugängliche Person darstellt.
Leider verliert sie auf der Plakatwerbung in der Stadt. Die Message kommt nicht rüber, im Gegenteil sie wirkt kühl, distanziert und damit nicht rheinländisch.

Leider hat sie bzw. ihre Berater keinen Anlass gesehen, die Dienste einer professionellen Imageberatung in Anspruch zu nehmen. Auch Berlin bietet Dienstleister, die bei der Planung der strategischen Selbstinszenierung solche Fehler hätte vermeiden können. Denn jeder kleine Fehler, kann im Kampf um die Gunst des Menschen der entscheidende sein.
Stellt man die Kosten einer solchen Beratung dem Verlust eines Wahlkampfes entgegen, sind die Opportunitätskosten sehr hoch.

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