Sonntag, 17. August 2008

War of eyeballs – der Wahlkampf findet im Kopf statt

Der Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt in der Landeshauptstadt Düsseldorf neigt sich dem Ende zu. Am 31. August haben die Bürger die Wahl, wer die nächsten sechs Jahre regieren wird.

Ich durfte bei dem einzigen Termin beiwohnen, an dem sich die beiden Spitzenkandidaten Kortmann und Elbers zusammen auf die Bühne wagten.
Es war sehr interessant zu hören, wofür beide Parteien stehen. Die Frage die sich mir allerdings stellt: wählen die Bürger, die wählen gehen, die jeweilige Partei nach Wahlprogramm oder doch eher nach Sympathie?

Schließlich findet der Wahlkampf auf Plakaten statt. So zeigen sich die Kandidaten an jeder Straßenecke allein oder zusammen mit Kindern oder anderen strategischen Gruppen und Orten. Die Plakate sollen unsere Aufmerksamkeit anziehen, über unsere Augen eine Entscheidung im Kopf provozieren. „Wen könnte ich mir als Vertreter meiner Stadt vorstellen.“ Schon lange hat das Wahlprogramm keine zentrale Bedeutung mehr, nicht für die breite Masse. Würde jede Partei für eine deutlich andere Strategie stehen, dann hätten wir vielleicht mehr als 50 % Wahlbeteiligung, oder?

Als ich Frau Kortmann persönlich kennen lernte, habe ich sie erst nicht erkannt.
Sie wirkt auf den Plakaten sehr kühl und distanziert. Die zarte und zierliche Person wirkt durch den wirklich schlecht gewählten Kontrast mit dem schwarzen Anzug 10 Jahre älter und ihre sympathischen blauen Augen stechen durch die übertriebene Retusche gerade zu hervor, dass es schon unangenehm ist, in sie zu blicken. Schade, denn an dem Tag erschien sie so zugänglich und zeigte auch durch ihr Outfit, dass die zweifache Mutter für Familienwerte steht und eine der Masse zugängliche Person darstellt.
Leider verliert sie auf der Plakatwerbung in der Stadt. Die Message kommt nicht rüber, im Gegenteil sie wirkt kühl, distanziert und damit nicht rheinländisch.

Leider hat sie bzw. ihre Berater keinen Anlass gesehen, die Dienste einer professionellen Imageberatung in Anspruch zu nehmen. Auch Berlin bietet Dienstleister, die bei der Planung der strategischen Selbstinszenierung solche Fehler hätte vermeiden können. Denn jeder kleine Fehler, kann im Kampf um die Gunst des Menschen der entscheidende sein.
Stellt man die Kosten einer solchen Beratung dem Verlust eines Wahlkampfes entgegen, sind die Opportunitätskosten sehr hoch.

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1 Kommentare:

Am/um 15. September 2008 20:43 , Anonymous Anonym meinte...

Ein süüüßer Schreibfehler:

> Die Massage kommt nicht rüber

Ich bin begeistert, danke ;)

Herzlichst
Gisa

 

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